……sind eine besondere Spezies, unser dritter Tag steht im Zeichen der Trommeln, nein, es sind hauptsächlich ganz andere Instrumente, die hier zur Anwendung gelangen, habe ich ja gestern bereits über Blumentöpfe, Metallteile und Holzplatten, die bei unserer Promenade mit Johannes Fischer zu hören sein werden, gesprochen: paar Trommeln in der Schranne, einige Blumentöpfe in der Schlosskapelle und Kuhglocken im Rathaus…. wir sind gespannt auf seine drei Auftritte. Überhaupt hat sich das Schlagzeug innerhalb der Jahrhunderte verändert wie kaum ein Instrumentarium. Bedenken Sie, dass eine Geige zum Beispiel heute noch so aussieht wie vor vierhundert Jahren, ein Flügel seit mindestens hundert Jahren sein Aussehen nicht wesentlich verändert hat – was für eine beständige Technik! in unseren Zeiten, wo heute schon altmodisch ist, was gestern war, ein Grund zum Innehalten, finde ich, das aber nur am Rande, ich bin schon wieder ins Grübeln geraten.
Schlagzeug hat sich immer weiterentwickelt, und ist zusammen mit dem Gesang unser ältestes Instrumentarium, was liegt näher, als auf einen Stein zu hauen, um seiner Laune Ausdruck zu verleihen. Knochen, hohle Baumstämme, raschelndes Laub, klappernde Zähne in einem alten Schädel, was nicht alles hat man zur Lauterzeugung herangezogen! Heutige Schlagzeuger sehen das nicht anders. Nachdem Jahrhunderte lang man in erster Linie konstruierte Artefakte gebraucht hatte – aufgezogene Tierfelle, feine Legierungen aus Metall – greift man heutzutage wieder ganz archaisch zu Alltagsgeräten, wie Kochtöpfen, Bratpfannen, Trittleitern, Mülltonnen, und was der Haushalt eben so hergibt.
Eindrucksvoll zu sehen bei den Double Drums: Alexander Glöggler und Philipp Jungk scheuen keine Mühe, die Bühne mit ihrem Gerät vollzupacken. Nein! sie haben nicht nur solche Geräte dabei, stellen Sie sich keinen Gerümpelhaufen vor, da stehen durchaus auch die herkömmlichen Instrumente wie Trommeln jeder Art, Pauken, Becken, Zimbeln, Xylophon, Vibraohon, Gongs und Tamtams auf der Bühne, Sie können selber nachschlagen, was es alles gibt, hat doch jeder ein Lexikon in der Tasche, um alles Mögliche zu recherchieren. Für die beiden Schlagzeuger gibt es jedenfalls keine Präferenzen, alt, neu, normal, ungewöhnlich, für sie ist alles gleich wertvoll: das entpricht ja unserem Festivalgedanken: nichts ist besser als das andere, neue Musik, alte Musik, selten oder häufig gespielt, improvisiert oder notiert, bekannt oder unbekannt. Alles ist gleichermaßen wert, aufgeführt zu werden, damit Sie, liebe Zuhörer, eine Meinung sich bilden können.
Also heute: mittags 11 Uhr das Promenadenkonzert mit Johannes Fischer, nachmittags 14 Uhr Double Drums im Stadtthater und später 16:30 der zweite Teil unserer Oktettreise im Kongregationssaal.
Wir rechnen mit Ihnen!
Herzliche Grüße von Bernhard Jestl.